Die Betriebsformen im Einzelhandel
Die verschiedenen Betriebsformen geben dem Kunden einen ersten Eindruck davon, welche Sortimentsvielfalt ihn erwartet. Bei einem Fachgeschäft zum Beispiel wird er eine andere Sortimentstiefe vorfinden, als bei einem Discounter oder Supermarkt.
Die Betriebsformen werden unterschieden nach ihrem:
1. Sortiment
Gemischtwarengeschäft (breites und flaches Sortiment)
Das Gemischtwarengeschäft findet man meisten in ländlichen Gebieten. Führt neben Lebensmittel auch Textilien und Waren des täglichen Bedarfs. Eine Betriebsform, die immer mehr an Bedeutung verliert.
Warenhaus (breites und tiefes Sortiment)
Eine Weiterentwicklung des Gemischtwarengeschäftes zu einem großen Einzelhandelsbetrieb. Bietet, in verschiedenen Abteilungen, neben Lebensmittel auch Waren aus anderen Branchen an. (Textilien, Fotoartikel, Sportartikel etc.).
Verbrauchermarkt (breit und tief)
Den Verbrauchermarkt findet man meistens in den Randbezirken oder außerhalb von Städten mit sehr guten Parkmöglichkeiten. Bietet seine Waren in großen Verkaufshallen an, zu günstigen Preisen, zahlreicher Branchen und in Selbstbedienung.
Fachgeschäft (eng und tief)
Führt nur eine spezielle Warengruppe, diese dafür aber in vielen Ausführungen. Beratung erfolgt entweder in Vollbedienung oder Vorwahl.
Kaufhaus (enges und tiefes Sortiment)
Das Kaufhaus ist eine Weiterentwicklung des Fachgeschäftes. Es bietet Waren einer Warengruppe (Möbel, Textilien, Elektro etc.) in vielen Ausführungen und Qualitätsstufen an. Beispiel für Kaufhaus ist C&A.
Diskonthaus (eng und flach)
Kernsortiment sind Lebensmittel bietet aber auch als Randsortiment Textilien, Elektrogeräte, Blumen etc. an. Durch die einfache Ladenausstattung und der Verzicht auf Beratung durch Verkaufspersonal können die angebotenen Waren sehr günstig abgesetzt werden.
2. Verkaufsform
Voll-)Bedienung Für beratungsintensive Waren, der Kunde wird vom Eintritt des Geschäftes bis zum Verlas-sen des Geschäftes vom Verkaufspersonal bedient und beraten. Typische Warengruppen sind die Boutique und die Metzgerei.
Vorwahl
Eine Mischform der Voll-und Selbstbedienung. Der Kunde wählt seine Ware selbstständig aus und bei eventuellen Fragen kann er einen Verkäufer um Rat fragen. Hier sind typische Warengruppen das Fachgeschäft, Fachmarkt und Kaufhäuser.
Selbstbedienung
Für Waren, die keiner Beratung bedarf. Der Kunde wählt seine Waren selbst aus und geht zur Kasse und bezahlt sie dort. typische Warengruppen für die Selbstbedienung sind Le-bensmittel und Trockensortiment.
3. Sonderformen
Versandgeschäft
Der Versandhandel bietet seinen Kunden seine Waren anhand von Katalogen an. Entweder von vielen Branchen (Quelle, Otto etc.) oder einer Branche. Der Kunde kann bequem von zu Hause aus seine Waren auswählen und dann entweder telefonisch oder per Internet bestellen. Die Ware wird ihm nach nach Hause geliefert. Gefällt dem Kunden die Ware mal nicht, so kann er diese meist portofrei wieder an das Versandhaus zurück schicken. Den geringen Kosten für Personal und Geschäftsausstattungen stehen hohe Werbekosten und Versandkosten entgegen.
Automatengeschäft
Werden automatengerechte Artikel (Zigaretten, Süßwaren, Getränke) unabhängig von den Ladenzeiten verkauft.
Einkaufszentrum
Eine Ansammlung von verschiedenen selbstständigen Einzelhandelsunternehmen. In einem Einkaufszentrum findet man ein Branchen übergreifendes Angebot an Dienstleistungen. (Textilien, Frisöre etc.)
Filialgeschäft
Rechtlich unselbstständige Unternehmen, der einer Zentrale angehören. Diese regelt alle geschäftlichen Belange (Einkauf, Preisgestaltung etc.).
