Die Warenkonten
Da wir ja die Waren zu einem anderen Preis einkaufen, als wir sie verkaufen,müssen wir unterscheiden zwischen: Einstandspreisen (oder Bezugspreisen) und Verkaufspreisen. Stellt man diese Preise gegenüber so erhält man den Waren-Rohgewinn.
Die drei Warenkonten
Der Übersichtlichkeit wegen benötigen wir deshalb drei Warenkonten:
- Warenbestände,
- Aufwendungen für Waren,
- Umsatzerlöse,
ein Bestandskonto, das Anfangsbestand und Schlussbestand erfasst ein Erfolgskonto, das den Einkauf von Waren aufnimmt.
Ein Erfolgskonto - als Spiegelbild des Verkaufs
Im Warenverkehr unterscheiden wir, hinsichtlich der Preise im Bereich des Wareneinkaufs Einstandspreise und im Bereich des Warenverkaufs Verkaufspreise. Alle Buchungen im Zusammenhang mit unseren Lieferanten werden auf dem Konto:
- Aufwendungen für Waren,
alle Zusammenhänge mit unseren Kunden auf dem Konto:
- Umsatzerlöse
gebucht. Der Bezugspreis oder Einstandspreis,was dasselbe ist, enthält den reinen Warenwert (abzüglich etwaiger Rabatte), auch noch Fracht, Rollgeld, Verpackung, Paketgebühren kurz gesagt die: Bezugskosten.
Das Unterkonto Bezugskosten
Durch die Bezugskosten erhöht sich der eigentliche Warenwert; einer Buchung auf der Sollseite des Kontos Aufwendungen für Waren würde eigentlich nichts im Wege stehen- aber wegen der Übersicht - gibt es ein eigenes Konto Bezugskosten. Dieses Konto ist ein Unterkonto zum Konto Aufwendungen für Waren. Auf dem Unterkonto wird seitenmäßig immer so gebucht wie auf dem Hauptkonto, zu dem es gehört.
Das heißt: Der Warenwert vergrößert sich im Konto Aufwendungen für Waren auf der Sollseite, deshalb wird auf dem Unterkonto die Fracht, Rollgelder etc. auf der Sollseite gebucht.
Hier nochmals die wichtigsten Schritte beim Buchen im Warenverkehr:
Bei Wareneinkäufen wird der Warenwert zum Einkaufspreis im Konto Aufwendungen für Waren gebucht und zwar auf der Sollseite!
Wenn wir die Bezugskosten dem Wert der eingekauften Ware hinzurechnen, so erhalten wir den Einstandspreis (=Bezugspreis).
Alle Warenverkäufe werden im Konto Umsatzerlöse auf der Habenseite, und zwar als Erträge erfasst.
Im Konto Aufwendungen für Waren werden also die Warenbewegungen im Verhältnis zum Lieferer gebucht, und zwar zu Einstandspreisen.
Gutschriften von einem Lieferanten etwa, werden auf der Habenseite dieses Kontos gebucht, weil sich der Wert vermindert. Warenrückgaben von Kunden dagegenstellen eine Verminderung der bereits gebuchten Erträge dar und werden deshalb auf der Sollseite des Konto Umsatzerlöse gebucht.
Will man feststellen, ob bei den Warengeschäften ein Gewinn oder Verlust erzielt worden ist, so muss man die Warenkonten abschließen. Dies geschieht meist am Ende des Geschäftsjahres.
Abschluss der Warenkonten
Abschluss der Warenkonten ohne Warenbestände
Wareneinkäufe zu ( EP ) € 300.000,- Die gesamten Waren wurden verkauft zu ( VP ) € 360.000. Auf dem Gewinn und Verlustkonto stehen jetzt den verkauften Waren zu Verkaufspreisen die verkauften Waren zu Einkaufspreisen (Wareneinsatz ) gegenüber. Der Saldo ist das Ergebnis des Warengeschäftes ( € 360.000 - € 300.000) = € 60.000.
Den Gewinn von € 60.000,- bezeichnet man als Warenrohgewinn. Ein Reingewinn liegt erst vor, wenn nach Abzug der Kosten des Einkaufs, der Lagerung und des Verkaufs noch ein restlicher Betrag vorhanden ist.

Abschluss der Warenkonten mit Warenbestände
Bislang sind wir davon ausgegangen, dass im Abrechnungszeitraum kein Anfangsbestand an Warenbestand vorhanden war und gleiche Warenmengen eingekauft wie verkauft worden sind. In der Praxis haben alle Handelsbetriebe Warenbestände. Diese Bestände werden in dem aktiven Bestandskonto "Warenbestände" geführt. Sie werden durch die Inventur ermittelt.
Anfangsbestand und Endbestand dieses Kontos weichen meist voneinander ab. Ist der Endbestand an Waren größer als der Warenanfangsbestand, so sind mehr Waren eingekauft worden als verkauft. Es liegt ein Mehrbestand vor.
Die Salden der Konten Aufwendungen für Waren und Umsatzerlöse für Waren werden wie bisher über das G+V Konto abgeschlossen. Stellt sich bei der Inventur des Warenbestandes heraus, dass der Endbestand kleiner als der Anfangsbestand ist so liegt ein Minderbestand vor. Auch hier muss eine Berichtigung vorgenommen werden.
Abschlussbuchung: Wareneinkauf an Ware
