Das Inventar (inventory)
Das Inventar (lateinisch=inventarium = Bestandsverzeichnis) ist ein Verzeichnis aller Vermögensgegenstände (in Menge, Art und Wert) und Schulden eines Zeitraumes in Staffelform. Für die Bilanz bildet das Inventar die Grundlage.
In dem Inventar werden die durch die Inventur ermittelten Vermögenswerte und Schulden zusammengefasst. Das Vermögen wird in Anlagevermögen und Umlaufvermögen aufgeteilt.
Das Anlagevermögen,
- wie Grundstücke,
- Maschinen,
- Betriebs-und Geschäftsaustattungen,
bilden den Grundstein eines Unternehmens und gehören deshalb zu den langfristigen Vermögensteilen. Wirtschaftsgüter, die dazu bestimmt sind nur kurzfristig im Unternehmen zu verbleiben, zählen zum Umlaufvermögen (Waren, Forderungen aus Lieferung und Leistung, Kasse, Bank).
Typisches Umlaufvermögen:
- Warenkonto
- Kasse
- Bank
- Forderungen aus Lieferung und Leistung (Fo.a.LL)
Die Vermögensposten werden nach steigender Liquiditation (=Flüssigkeit) gegliedert. Das bedeutet, nach dem Grad, wie schnell ein Vermögensgegenstand in Geldvermögen umgewandelt werden kann.
Die Schulden
Die Schulden werden im Inventar nach ihrer Fristigkeit gegliedert. Zuerst werden die langfrisitigen Verbindlichkeiten (Darlehen, Hypotheken) und dann folgen die kurzfristigen Verbindlichkeiten (Verbindlichkeiten aus Lieferung und Leistung usw.) genannt.
- Vermögen:
- Anlagevermögen Dazu gehören: Maschinen,Grundstücke, Betriebs-und Geschäftsaustattungen (BGA). Dieses Vermögen steht dem Unternehmen langfristig zur Verfügung und bildet die Basis bei der Gründung eines Unternehmens.
- Umlaufvermögen Bleibt nicht lange im Betrieb. Wird verarbeitet, verbraucht und als Produkt, Dienstleistung weiterverkauft.
- Schulden
- Kurzfristige Schulden werden innerhalb weniger Tage, aber maximal in einem Jahr zurückgezahlt. (Verbindlichkeiten aus Lieferungen, Mietschulden, Verbindlichkeiten gegenüber Sozialversicherungsträgern).
- Langfristige Schulden haben meistens eine Laufzeit von über 5 Jahre. (Hypotheken, langfristige Bankdarlehen).
- (Ermittlung des) Eigenkapitals
Mit folgender Formel kann man das Eigenkapital errechnen:
./. Summe der Schulden |
|---|
= Eigenkapital (Reinvermögen) |
Die Schulden stellen für das Unternehmen Fremdkapital dar, weil es von Gläubigern zur Finanzierung des Geschäfterfolges zur Verfügung gestellt wurde. Das Eigenkapital setzt sich zusammen aus den Einlagen der Gesellschafter, dem Privatvermögen oder Aktienkapital, das durch die Tätigkeit der Gesellschaft erwirtschaftet wurde.
Ausnahmen
Geringwertige Wirtschaftgüter, die gleich nach ihrer Anschaffung als Aufwand gebucht werden, brauchen nicht inventarisiert zu werden.
Aufbewahrungsfristen
Das Inventar muss 10 Jahre lang aufbewahrt werden (§ 257 HGB, 147 AO). Wenn die spätere Wiederlesbarkeit sichergestellt ist, kann das Inventar auch auf einen anderen Informationsträger gespeichert werden (Mikrofilm, CD-ROM usw.).
